Notfallprogramm
Gleichwohl diese Maßnahmen einen gewissen Schutz bieten, ist ein vorsichtiger Umgang mit dem teuren Gerät angesagt. Wird das Handy zum Beispiel aus einer achtlos offenen Tasche geklaut, die am Restaurantstuhl baumelt, ersetzt auch keine Versicherung den entstandenen Schaden, also weder die Hardware noch die geführten Gespräche. Auch die Ortungsdienste sind vor allem dann hilfreich, wenn das Mobiltelefon in vertrauter Umgebung liegen geblieben ist. Bei einem gestohlenen Handy lässt sich mit der aktuellen Position des Geräts recht wenig anfangen.
Die Positionsbestimmung ist schließlich recht ungenau. Und wenn sich der Handydieb gerade in einem Mehrfamilienhaus aufhält, können Polizisten kaum an allen Türen klingeln. Außerdem darf die Polizei nicht ohne dringenden schwerwiegenden Tatverdacht auf Daten des Netzbetreibers zugreifen. Satellitenortung wird mit richterlicher Genehmigung von der Polizei zum Beispiel bei der Suche nach Vermissten oder Schwerverbrechern eingesetzt. Ein Handydieb wird so nicht zur Strecke gebracht.
Ist das Handy also tatsächlich gestohlen oder unauffindbar, hilft nur ein Anruf beim Netzbetreiber. So schnell wie möglich sollte dort die SIM-Karte gesperrt werden. Das kostet bei den meisten Anbietern eine Gebühr von bis zu 15 Euro (siehe Tabelle). Telefoniert der neue Besitzer allerdings mit dem Handy, wird das rasch noch teurer. Auf die Eingabe der PIN beim Einschalten des Geräts sollte übrigens niemand verzichten. Auch für das Entsperren der SIM-Karte verlangen die meisten Anbieter eine Gebühr. Wenn das Handy nach ein paar Tagen wieder auftaucht, sind im Zweifelsfall ein paar Euro verloren, dafür aber Gerät und Daten gerettet.
Ganz gleich, ob das Mobiltelefon wieder auftaucht – von den 15.567 vergessenen Handys in Zügen landen nur die Hälfte beim ursprünglichen Besitzer – die Daten sollten regelmäßig gesichert werden. So lassen sie sich auch schnell wieder auf das Handy übertragen, wenn sie aus Sicherheitsgründen beim vermissten Gerät gelöscht wurden. Auch das Verschlüsseln empfindlicher Daten mit einer Software oder über das vorinstallierte Tool etwa bei Blackberrys ist eine brauchbare Sicherheitsmaßnahme.
| Anbieter |
Service-Nummer |
Sperre |
nötige Angaben |
| E-Plus |
1000 (netzint.), 0177/1000 (Festnetz) +49 177/1000 (aus dem Ausland) |
15,- Euro |
Kennwort |
| o2 |
1414 (netzint.), 01805/624357 (Festnetz) +49 179/55222 (aus dem Ausland) |
15,- Euro |
Kundennummer und pers. Angaben |
| T-Mobile |
2202 (netzint.), 01803/30222, (Festnetz) +49 1803/3022 (aus dem Ausland) |
8,80 Euro |
Rufnummer und Kartennummer |
| Vodafone |
1212 (netzint.), 0800/1721212 (Festnetz) +49 1721212 (aus dem Ausland) |
15,- Euro |
Rufnummer, Kundennr., Kennwort |
Tipp: Handy verloren, was tun?
Speichern Sie regelmäßig die Daten von Ihrem Handy. So vermeiden Sie, dass sie bei Verlust oder Diebstahl in fremde Hände geraten. Im Zweifelsfall können Sie ferner die Daten per Fernbefehl auf dem Handy löschen. Überlegen Sie, ob eine Handyversicherung für Sie infrage kommt und nutzen Sie zum Orten eines verlegten Geräts die Ortungsfunktion. Ist das Mobiltelefon gestohlen, sollten Sie rasch Folgendes tun:
1. Rufen Sie bei der Service-Hotline Ihres Anbieters an und sperren Sie die SIM-Karte.
2. Beantragen Sie eine neue SIM-Karte. Ihre Rufnummer bleibt dabei übrigens erhalten.
3. Ist Ihr Handy wirklich gestohlen worden, zeigen Sie den Diebstahl bei der nächsten Polizeidienststelle an. Sie benötigen dazu die IMEI-Nummer Ihres Geräts. Nur mit der Anzeige können Sie gegenüber Ihrem Anbieter oder der Versicherung einen Schaden geltend machen.
4. Fragen Sie beim Fundbüro der Bahn oder der Stadt nach, ob Ihr Handy dort abgegeben wurde.
Bild vergrößern
552
842
http://img3.magnus.de/Handy-weg--r552x842-C-20fb0030-104811.jpg