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Spannend als Lesegerät

Und wegen des großen Displays – das iPad ist annährend so groß wie ein DIN-A4-Blatt – soll sich die digitale Schiefertafel hervorragend als Lesegerät eignen. Hält man die im Internet kursierende Umfragen für repräsentativ, will der Großteil der künftigen iPad-Nutzer das Gerät zu eben diesem Zwecke einsetzen: als Lesegerät für Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Ob das iPad allerdings den noch jungen Markt für elektronische Bücher ebenso revolutionieren wird, wie den Musikmarkt mit dem iTunes Store bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wird Apple den Lesestoff für das magische Surfbrett in einem eigens eingerichteten Buchladen, dem iBook Store, anbieten.

Digitale Bücher sollen dort in dem inzwischen zum Standard gewordenen EPUB-Format angeboten werden. Zeitungen und Magazine können dann in Apples Buch- Shop im Abo bezogen werden. Und genau da wittert die gebeutelte Verlagswelt neue Käuferschichten und Gewinne. So begrüßt unter anderem der Börsenverein des deutschen Buchhandels das iPad als "weiteres Gerät auf dem Markt, das das mobile Lesen von E-Books attraktiv macht".

Ferner "ist der Börsenverein überzeugt, dass das E-Book die Lesekultur fördert und das Prinzip Buch auch bei neuen Leserschichten populär macht". Als Vertreter von Buchhandel und Verlagen spricht sich der Börsenverein allerdings deutlich gegen einen geschlossenen, Barrieren schaffenden Buchladen aus. Die digitale Bibliothek soll geräteunabhängig zur Verfügung stehen. Konkurrenzfähige Lesegeräte für E-Bücher tummeln sich schon einige auf dem Markt.

Aber gleichwohl auch der Online-Buchgigant Amazon mit seinem Kindle den Handel mit Lesegeräten belebt, sind nach Schätzungen von Branchenkennern nicht mehr als 10 Millionen E-Book-Reader bisher weltweit über die Ladentische gewandert. Dafür stehen aber einige interessante E-Book-Reader in den Startlöchern. Und im Unterschied zum iPad sind diese Lesegeräte nicht nur echte Leichtgewichte – sie wiegen alle weniger als ein Pfund – sondern auch richtige Dauerläufer. Dank Strom sparender E-Ink-Technik sind Akkulaufzeiten von mehreren Tagen – oder Schmökern – keine Seltenheit. Außerdem ist die Schrift auf den nicht spiegelnden Displays besonders gut lesbar.

Für Zeitungen und Magazine gut geeignet, zeigt sich vor allem der neue Skiff Reader, den das amerikanische Verlagshaus Hearst zusammen mit LG Display entwickelt hat. Das DIN-A4 große Lesegerät ist gerade mal 7 mm schlank und 498 g leicht und verfügt über einen berührungsempfindlichen und sogar biegsamen Bildschirm. Ohne die Akkus aufladen zu müssen, soll das Gerät eine Woche lang Lesevergnügen bieten. Ebenfalls vielversprechend hört sich "Que", der Reader von Plastic Logic an. Wie auch der Skiff Reader kommuniziert der Que via WLAN oder UMTS mit der Außenwelt. Im Unterschied zu dem Hearst-Gerät soll es mit dem Que-Reader allerdings auch möglich sein, Office-Dokumente und E-Mails zu bearbeiten. Einen Browser hält das Lesegerät aber nicht bereit. Alle bisher verfügbaren Lesegeräte haben aber ein Schwarz-Weiß-Display, sodass das iPad vor allem bei Magazinlesern die Nase vorn haben wird.

Luxusspielzeug oder Zaubertafel

An echten Alleinstellungsmerkmalen fehlt es dem iPad also schon. Verpackt in coolem Design lockt das schicke Gerät mit neuartigem Surf- und Lese- oder Spielvergnügen im Wohnzimmer. Doch dürften weder die einfache Bedienung noch die Abwesenheit von Maus und Tastatur ausreichen, um andere durchaus vorhandene Unzulänglichkeiten zu kompensieren. So fehlen dem Multimediagerät nicht nur eine Kamera, sondern auch gängige Schnittstellen und Anschlüsse. Der Speicher lässt sich nicht aufrüsten und die Akkus nicht tauschen. Dennoch spricht einiges für die stylische Tafel.

iPad: Steckbrief

Abmessung: 242,8 x 189,7 x 13,4 mm
Gewicht: 680 g (WLAN), 730 g (WLAN + 3G)
Display: 9,7 Zoll Multitouch
Auflösung: 1024 x 768 Pixel
Speicher: 16, 32, oder 64 GByte
Prozessor: 1 GHz Apple A4 SOC-Chip
Batterie: Li-Polymer
Laufzeit: ca. 10 h (Surfen im Web mit WLAN)
Preise: ab 499,- US Dollar (16 GByte)
www.apple.com



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