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Margrit Lingner

12. September 2008
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Sicheres Online-Shopping

Eine Shopping-Tour unabhängig von Ladenöffnungszeiten ist verlockend und scheint stressfrei zu sein. Zum Albtraum wird sie, wenn der Online-Shop die Ware nicht liefert oder das Geld nicht mehr herausrückt. Wer allerdings wachsam ist, fällt auf faule Shops nicht mehr herein.

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Shoppingtouren im Internet werden immer beliebter. Laut einer Studie der Marktforschung GfK haben im letzten Jahr 8,4 Prozent mehr Deutsche Waren im Internet eingekauft als im Jahr davor. Über die Hälfte (56 %) der 55 Millionen Deutsche im Alter zwischen 14 und 69 Jahren shoppen im Netz. Die beliebtesten Einkaufsadressen waren laut GfK Amazon und eBay.

Favorisiert werden diese Läden nicht nur wegen der riesigen Produktpalette, sondern vor allem wegen des einfachen Bestellvorgangs. Dass eine problemlose Bestellabwicklung für Online-Kunden wichtig ist, verwundert nicht. Schließlich soll der Einkauf im Netz im Gegensatz zu stundenlangen, ermüdenden Shoppingausflügen in überfüllten Fußgängerzonen stressfrei sein.

Zu Hause kann der Kunde in aller Ruhe ein Produkt aussuchen, Preise vergleichen und bequem per Mausklick bestellen. Praktisch ist, dass Ware aus dem Web problemlos und ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Erhalt zurückgegeben werden kann. Dies wird durch das Fernabgabegesetz geregelt. Von diesem Widerrufsrecht können übrigens auch Kunden von Online-Auktionen Gebrauch machen, wenn sie Waren von gewerblichen Händlern ersteigern – bei Privatkäufen gilt das nicht. Der Gesetzgeber räumt Kunden bei Online-Einkäufen mehr Rechte ein, da die Ware nicht vor dem Kauf geprüft weden kann.

Leider gibt es aber immer wieder Shops im Internet, bei denen gerade bei der Rückgabe von Waren Unregelmäßigkeiten auftreten. Nicht selten werden Waren nicht geliefert, sind beschädigt oder entsprechen nicht den Beschreibungen.

Gut informiert

Dass das auch anders geht zeigen Online-Warenhäuser wie Amazon. Das international agierende Unternehmen bietet seinen Kunden sogar eine Rückgabefrist von 30 Tagen. Vorbildlich wird nicht nur der Bestellvorgang auf den Webseiten des Internetkaufhauses beschrieben, sondern auch das Vorgehen bei Reklamationen oder eben bei der Rückgabe.

Aber leider halten sich nach Auskunft der Verbraucherzentralen nur 10 - 20 Prozent der Online-Shops an die gesetzlichen Bestimmungen. Das bedeutet, dass nur die wenigsten Web-Auftritte von Unternehmen juristisch einwandfrei sind. So schreibt der Gesetzgeber unter anderem vor, dass der Kunde auch über Widerrufsmöglichkeiten schriftlich informiert werden muss.

Verschickt der Online-Händler weder per Post noch per E-Mail eine Widerrufsbelehrung, hat der Kunde eine unbefristete Rückgabefrist. Ein Laden, der im Internet seine Waren anbietet, muss darüber hinaus sowohl Informationen über sich als auch über wichtige Aspekte des Kaufvertrags und nicht zuletzt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) auf seinen Webseiten anbieten. Diese Informationen müssen einfach zugänglich sein. Fehlen Angaben zu dem Unternehmen, sei es auch nur eine Telefonnummer, ist Vorsicht geboten.

Informiert der Online-Händler nicht über Rückgabefristen und -rechte oder sind keine Angaben zu den Versandbedingungen und -gebühren zu finden, ist ein Einkauf in diesem Shop nicht zu empfehlen. Wenig vertrauenswürdig sind ferner Internetläden, die nur Zahlung per Vorkasse akzeptieren. Der Kunde zahlt dabei die Ware, bevor er sie erhalten hat. Dieses Risiko sollte man nur eingehen, wenn der Online-Händler dem Kunden bekannt ist. Auch die Zahlung per Nachnahme birgt gewisse Risiken, da kaum jemand den Inhalt eines Pakets prüft, bevor er dem Zusteller das Geld dafür überreicht.

Miese Tricks

Zwar ist nicht jeder Shop, der nachlässig mit der Informationspflicht umgeht, gleich unseriös. Sicherer ist der Einkauf aber in Läden, die nichts zu verbergen haben und ihrer Informationspflicht nachkommen. Vorsicht ist auch bei solchen Online-Schnäppchen geboten, bei denen die Ware weit unter den marktüblichen Preisen gehandelt wird.

Nicht selten handelt es sich dabei um gefälschte Markenware. Häufig will der Händler damit auch einfach nur Kunden anlocken. Es kommt aber auch durchaus vor, dass die supergünstige Ware gar nicht geliefert wird oder beschädigt ist. Was unseriöse Händler auch gerne verschleiern, sind die Preise für den Versand der Ware. Statt der üblichen Versandkosten, berechnen faule Shops nämlich gern hohe Gebühren, die durch nichts gerechtfertigt sind. Aber:

Macht der Händler keine Angaben zu Porto- und Versandkosten, trägt er diese Kosten selbst!Wichtig ist auch zu wissen, dass die Verkaufspreise bei Online-Shops als Bruttopreise ausgezeichnet werden müssen. Zusätzliche Kosten und die Mehrwertsteuer sollten im Verkaufspreis enthalten sein. Das gilt jedoch nicht für Shoppingtouren im Ausland. Wer in Nicht-EU-Staaten online einkaufen geht, muss damit rechnen, dass Steuern, Zoll und höhere Versandkosten hinzukommen. Auch einen Hinweis auf die Lieferzeit sollte der Händler auf seinen Webseiten unterbringen.

Verzögert sich die Lieferung, kann der Kunde jederzeit vom Kauf zurücktreten. Problematisch wird der Online-Einkauf, wenn gekaufte Ware unterwegs verloren geht. Trifft die Ware nicht beim Kunden ein, muss er auch nicht dafür bezahlen. Hat er jedoch Vorkasse geleistet, kann es schwierig werden, das Geld zurückzufordern.

[1] Verwendungszweck überlegen [ 2 ] Service [ 3 ] Preise vergleichen [ 4 ] Vorsicht bei Superschnäppchen [ 5 ] Erreichbarkeit [ 6 ] Endpreis [ 7 ] Rückgaberecht [ 8 ] Lieferzeit vergleichen [ 9 ] Zahlungsmöglichkeiten [ 10 ] Gütesiegel
Überlegen Sie vor dem Kauf den Ver­wendungszweck des Produktes. Setzen Sie bei langlebigen Produkten auf Qua­lität und lesen Sie Produkttests. Beachten Sie den angebotenen Service. Bei IT-Geräten ist es wichtig, bei allfäl­ligen Reparaturen, einen Ansprechpart­ner vor Ort zu haben. Vergleichen Sie den Preis für Ihr Wunsch­produkt über Preissuchmaschinen im Internet. Beachten Sie dabei die Kun­denbewertungen der Online-Shops. Achten Sie bei auffallend günstigen An­geboten auf die genaue Produktbeschrei­bung. Oft entpuppen sich Schnäppchen als gefälschte Markenware. Prüfen Sie, ob alle Informationen über Firmensitz, Erreichbarkeit und AGBs gut sichtbar auf den Seiten aufgeführt sind. Überprüfen Sie, wie sich der Endpreis zusammensetzt. Angaben zu Mehrwert­steuer, zusätzlichen Gebühren und Ver­sandkosten sollten dort zu finden sein. Achten Sie darauf, ob der Händler über Rückgaberecht informiert und ob es An­sprechpartner für Probleme gibt. Vergleichen Sie vor allem bei Schnäpp­chen die Lieferzeiten. Wird die Ware ver­zögert geliefert wird, lohnt sich der Kauf bei einem teureren Konkurrenten. Prüfen Sie die angebotenen Zahlungs­möglichkeiten. Bedenklich ist es, wenn es nur Vorkasse gibt. Bei Bezahlung per Kreditkarte oder Lastschrift, sollte die Datenübertragung verschlüsselt sein. Achten Sie auf Gütesiegel. Diese Shops werden regelmäßig überprüft.

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