
Die SMS-Falle: Per Abo in die Kostenfalle
Scheinbar harmlose Spiele entpuppen sich als Handy-Abzocke aus China, und Gratis-SMS-Dienste werden zu teuren Abo-Fallen. Wir zeigen die neuen Betrugsmaschen, die auch in sozialen Netzwerken lauern, wie Sie sich schützen und wo Sie wirklich Geld sparen können.
Forums-Teilnehmerin "Lena" ist verzweifelt: "Hilfe! Ich fürchte, ich bin in die Abo-Falle gerutscht!" schreibt sie auf der Selbsthilfe-Website Computerburg.de. Dabei war Lena nur ein einziges Mal unvorsichtig: Sie hat ihre Handy-Nummer auf einer Webseite angegeben, die einen Gratis-SMS-Dienst anbietet und die Handy-Nummer als "Versandbestätigung" brauchte. Doch tatsächlich hat sie jetzt ein Handy-Abo für 4,99 Euro abgeschlossen – pro Woche, wohlgemerkt. Dafür gibt es 111 "FreeSMS", abgebucht wird über die Mobilfunkrechnung. Ein perfider Trick: Kreative Wortschöpfungen wie "FreeSMS" sollen Nutzer anlocken, um ihnen überteuerte Dienste anzudrehen. Echte Gratis-SMS-Anbieter sind tatsächlich rar:
Nach einem Boom Anfang des Jahrzehnts haben viele Anbieter wegen explodierender Kosten aufgeben müssen. Wer heute eine Gratis-SMS verschicken will, muss Werbung ertragen, bevor er die SMS überhaupt verschicken kann – wenn das Tages kontingent nicht schon erreicht ist. Häufig fordern Betreiber auch eine Zwangsanmeldung für Newsletter. Empfehlenswerte Dienste sind in der Tabelle "Gratis-SMS-Anbieter ohne Fallen" (Seite 14) aufgeführt.
Abzocke über Google
Wer aber über Google nach kostenlosen SMS-Diensten sucht, landet schnell auf Abzockerseiten. So finden sich die "FreeSMS" des Anbieters "smstune.de" in der Top-Ten-Trefferliste von Google gleich mehrmals. Wer auf die Links klickt, landet auf speziellen Vorschaltseiten, die auf smstune.de verweisen. So ist es wohl Lena gegangen, die ihre Handy-Nummer in die Eingabemaske tippte, ohne den Text genau zu lesen: Dort steht in großen Lettern "111 FreeSMS in der Woche" und nur klein darunter ein Abo-Hinweis.Vorsicht ist auch bei den Anbietern "Sendasms.net" und "yepp-yepp.de" geboten.
Beide Webseiten werden von der Firma "Guerilla Mobile Berlin" betrieben, deren Taktik darin besteht, potenzielle Kunden mit unverständlichen Sätzen in die Irre zu führen. So gibt es bei Sendasms zwar eine große Eingabemaske für den SMS-Versand, im Text darunter wird der Dienst jedoch als "Abo zur Handy-Personalisierung" bezeichnet, und das "für nur 2,99 EUR / 3 Link (pro Link; VDF- pro Woche)". Ähnliches verspricht die Berliner Firma auch für die "Handy-Ortungssoftware" auf yepp-yepp.de, die dann laut Eigenaussage nur zur "Unterhaltung" dient.
Als Krönung hat man hier gleich ein Abonnement gebucht, diesmal aber für "3 Gutscheine pro Woche" zum Preis von 2,99 Euro.Handy-Downloads wie diese sind das zweite große Standbein im zwielichtigen Online-Abo-Geschäft. So handelt es sich bei den "bis zu 100 Free-SMS" von Tuneclub.de um ein Abo (4,99 Euro/Woche), für das der Kunde 100 "Tunies" erhält. Damit lassen sich dann SMS verschicken oder Klingeltöne und Software herunterladen. Immerhin verweist der Service im Kleingedruckten auf die Kosten.
| Anbieter | Gratis SMS/ Tag | Zeichenzahl | SMS in andere Länder | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 5vor12.de/free-sms | 1 | 160 | nein | Tageskontingent (schnell erschöpft), Zwangsklick auf Werbung |
| free-sms-verschicken.de | 1 | 160 | nein | Tageskontingent nur ca. 1000 SMS (schnell erschöpft) |
| free-smsworld.de | 2 | 140 | AT, CH | Werbung, geringes Tageskontingent (schnell erschöpft) |
| hammerpage.de | 1 | 140 | nein | Tageskontingent nur 1000, keine Werbung vor Versand |
| metacrawler.de/sms | 3 | 160 | nein | 10-sek. Werbeclip vor Versand |
| sms-box.de | ca. 5 | 147-160 | nein | SMS-Versand ausschließlich über Partner (smsgott.de, sms-heaven. de u.a.), Angabe der E-Mail |
| smsform.de | 5 | 160 | ja | SMS-Versand ausschließlich über Partner (lemon-sms.de, freesms-senden.net u.a.) |
| sms-fox.com | 10 | 140 | RU, USA, CDN, GB, AT, AUS, HR, EST, BY | sehr schlichte Webseite, SMS-Eingabe gut zu finden |
| sms-worldwide.eu | 5 | 160 | ja | Gesamtkontingent ca. 5000 SMS pro Tag |
Facebook als Abo-Falle
Andere Dienste sind da weniger zimperlich. Insbesondere auf Facebook häufen sich Klagen über vermeintliche Gewinnspiele wie "Diätchecker" oder "Intelligenztests", hinter denen Abofallen lauern. Auch dabei geht es darum, dass arglose Handy-Nutzer ihre Telefonnummer eingeben, um fortan mit einem Abo "belohnt" zu werden. Die Masche ist noch raffinierter: So bekommen Facebook- Nutzer plötzlich die Nachricht, dass einer ihrer Kontakte sie zum IQ-Test auffordern würde. Wer diese Einladung annimmt, startet eine kleine Fragerunde. Nur: Das Ergebnis des Tests wird nicht eingeblendet.
Der WIntelligenztest" bei Facebook fragt in Wirklichkeit nur nach der Handy-Nummer.
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