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Michael Seemann

18. Mai 2010
Einfach vernetzt: Alles zentral im Heimnetz mit einem NAS Bild vergrößern 937 530 http://img1.magnus.de/Nas-Heimnetzwerk-r937x530-C-49da4c0-29383888.jpg © Michael Seemann
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Einfach vernetzt

Alles zentral im Heimnetz mit einem NAS

Fotos, Filme, MP3s und wichtige Dokumente liegen meist wild verstreut auf verschiedenen Rechnern oder auch externen Speichergeräten. Ein zentraler Speicher im Heimnetz bringt endlich Ordnung ins Datenchaos - und bietet interessante Zusatzfunktionen.

Fotos, Filme, MP3s und wichtige Dokumente liegen meist wild verstreut auf verschiedenen Rechnern oder auch externen Speichergeräten. Ein zentraler Speicher im Heimnetz bringt endlich Ordnung ins Datenchaos - und bietet interessante Zusatzfunktionen.

Wer kennt das Problem nicht: Sie sitzen am Notebook und wollen sich die Fotos vom letzten Urlaub ansehen, doch diese sind auf der Festplatte Ihres PCs gespeichert. Auch die neulich heruntergeladenen MP3s können Sie sich nicht anhören, denn sie befinden sich zusammen mit der kompletten Musiksammlung auf einer externen Festplatte im Rucksack Ihrer Tochter – und die ist leider gerade unterwegs zu einer Party.

Ähnliche Schwierigkeiten hat, wer Dokumente hin und wieder auf verschiedenen Rechnern bearbeiten oder auch nur betrachten möchte. Hier kommt noch ein weiteres Problem dazu: Dokumente, die in unterschiedlich aktuellen Versionen auf verschiedenen Rechnern gespeichert sind.

Eine komfortable Lösung für die genannten Probleme bieten so genannte Netzwerkfestplatten oder NAS-Speicher für das Heimnetz. Das Kürzel NAS steht für Network Attached Storage, was sich mit „Speicher im Netzwerk“ übersetzen lässt.

Unterschiede zur USB-Festplatte

Auf den ersten Blick ist ein NAS von einer herkömmlichen externen Festplatte nicht zu unterscheiden. Deshalb erscheint vielen Anwendern der meist höhere Preis dafür zunächst nicht gerechtfertigt. Tatsächlich aber ist ein NAS einer USB-Festplatte weit überlegen. Hier die wichtigsten Unterschiede der beiden Geräteklassen:

Eine externe Festplatte ...
• dient als einfache Speichererweiterung, die meist per USB-Kabel direkt am PC oder Notebook angeschlossen wird.

• wird unter Windows als zusätzliche Festplatte oder als Laufwerk erkannt. Der Zugriff ist immer nur über den Rechner möglich, an dem das Laufwerk angeschlossen ist.

• lässt sich zwar an verschiedenen Rechnern nutzen, allerdings nicht gleichzeitig. Das Transportieren und Umstecken von Rechner A zu Rechner B ist vor allem bei großen 3,5-Zoll-Laufwerken eher umständlich.

• bietet, von mitgelieferter Software einmal abgesehen, in der Regel keine besonderen Zusatzdienste an.

Eine Netzwerkfestplatte oder NAS ...
• ist per Netzwerkkabel mit dem Heimnetz beziehungsweise dem Router verbunden.

• lässt sich völlig unabhängig von jedem PC, Notebook oder anderem Gerät im Heimnetz ansteuern. Ordner und Verzeichnisse auf dem NAS erscheinen in der Netzwerkumgebung unter Windows.

• bietet zusätzliche Funktionen, wie zum Beispiel einen Medienserver. Fotos, Musik oder Filme lassen sich dann auch unabhängig vom PC oder Notebook über so genannte Streaming-Clients abspielen.

• bindet auf Wunsch über eigene USB-Ports zusätzlichen Datenspeicher ins Heimnetz ein. Die meisten NAS-Geräte besitzen zudem einen Print-Server, mit dem sich ein herkömmlicher USB-Drucker ins Heimnetz integrieren lässt.

Die einzige Gemeinsamkeit von NAS und externer Festplatte ist somit der integrierte Speicherplatz. Der große Vorteil des NAS liegt darin, dass es seinen Speicher für alle Geräte im Heimnetz verfügbar machen und mit vielen nützlichen Diensten und Funktionen aufwarten kann. Tatsächlich ist ein NAS ein kleiner Computer mit eigenem, abgespeckten Betriebsystem. Eine externe Festplatte hingegen ist nichts anderes als ein „dummes“ Speichermedium.

Jeder hat ein Heimnetz

Die wichtigste Voraussetzung, um eine Netzwerkfestplatte sinnvoll einsetzen zu können, ist ein Heimnetz. Das hört sich komplizierter an als es eigentlich ist, denn inzwischen hat nahezu jeder Anwender mit einem Breitband-Internetzugang auch automatisch ein eigenes Heimnetz. Der (WLAN-)Router, den die meisten DSL- oder Kabel-Provider ihren Kunden nach Vertragsabschluss ins Haus liefern, ist im Prinzip das „Heimnetz“. Das Gerät sorgt einerseits für die Verteilung des Internetzugangs auf alle am Router angeschlossenen Geräte.

Andererseits sorgt der WLAN-Router dafür, dass alle an ihn angeschlossenen Geräte auch untereinander in Verbindung treten können – und genau das ist die Funktion des Heimnetzes. Wenn Sie also eine Netzwerkfestplatte an eine freie Netzwerkbuchse (LANPort) Ihres Routers anschließen, haben Sie das Gerät damit bereits im Heimnetz integriert. Theoretisch kann nun jeder Rechner im Heimnetz auf freigegebene Ordner (so genannte „Shares“) dieser Netzwerkfestplatte zugreifen.

In der Regel empfiehlt es sich, vorab noch einige grundlegende Einstellungen zu tätigen. Hierzu legen nahezu alle Hersteller ihren Geräten ein kleines Tool bei. Auf einem PC oder Notebook installiert, macht dieses Tool das NAS im Heimnetz ausfindig und bietet erste grundlegende Einstellungen durch den Anwender an.

Wichtig dabei: Eine aktivierte Software-Firewall kann die Erstkonfiguration des NAS über das Einrichtungs-Tool behindern. Deaktivieren Sie deshalb Ihr Schutzprogramm vorübergehend. Das gilt übrigens auch für die Windows-Firewall unter Windows 7 oder Vista. Um diese vorübergehend abzuschalten, wechseln Sie über „Start/Systemsteuerung“ in die Rubrik „System und Sicherheit“. Unter dem Eintrag „Windows-Firewall“ können Sie diese vorübergehend deaktivieren.



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