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Kult oder Schrott?
Apples iPhone 3G im Härtetest
Apple bietet das überarbeitete iPhone 3G an. Neu sind: UMTS samt HSDPA, A-GPS und das Design. Die Apple-Fans sind natürlich begeistert. Wir (noch) nicht ganz.
Neues Design und neue Funktionen
Am Erscheinungsbild hat Apple gefeilt; es gibt jedoch nur minimale Unterschiede zum Vorgänger. Das neue iPhone ist mit 133 Gramm schlappe 7 Gramm leichter geworden, und die Rückseite ziert jetzt weißer oder schwarzer Kunststoff anstatt Metall. Zumindest die schwarze Variante ist sehr empfindlich gegen Fingerabdrücke. Die Variante in Weiß gibt es nur mit 16 GByte. Die Hülle ist ziemlich widerstandsfähig, sollte aber dennoch nicht mit Schlüssel und Co. die Hosentasche teilen. Das glänzende Apple-Logo in Metall-Optik zerkratzt recht schnell.
Kartenmaterial hatte das VorgängeriPhone ebenfalls, aber leider ohne GPS-Funktion. Das 3G nutzt A-GPS – eine Variante, die Daten aus dem Mobilfunknetz verwendet, um die Position per Satellit schneller zu finden. Im Test fand das smarte Phone die Position angenehm flott. Damit macht Google Maps noch mehr Spaß. Zudem benutzt sich das Satelliten-Kartenmaterial durch die UMTS-Geschwindigkeit wesentlich komfortabler. Außerdem sucht das iPhone nach Points of Interest in der Nähe und versorgt den Besitzer mit Verkehrsinfos.
Auch das Betriebssystem bietet jetzt mehr: Ein wichtiger Menüpunkt ist der App Store. Im Online-Store befinden sich derzeit rund 800 Programme für iPhone-Nutzer. Neben kostenfreier Software lassen sich dort Spiele und Programme von Drittherstellern einkaufen. Die Auswahl ist groß: Von Spaßprogrammen bis zu praktischen Business-Tools ist alles dabei. Die Preise variieren je nach Titel. Der Denkspiel-Klassiker "Bejeweled 2" erscheint für 7,99 Euro jedoch zu teuer.
Mit der neuen Firmware versöhnt sich Apple mit Microsoft – zumindest virtuell. Denn das iPhone funktioniert jetzt mit Active- Sync und kommuniziert mit Exchange- Servern. Selbst eine VPN-Unterstützung hat Apple nicht vergessen. Hier zielen die Neuerungen ganz klar auf Business-Anwender.
Tarif-Dschungel
Gerade bei der ersten Variante des iPhone erschien die Tarif-Situation relativ entspannt. Die Kosten waren übersichtlich aufgeschlüsselt: Das iPhone kostete 399 Euro und die Verträge je 49, 69 oder 89 Euro. Beim iPhone 3G ändert sich diese Struktur. T-Mobile wirbt sogar mit einem 1-Euro-Angebot. Den Schleuderpreis gewährt T-Mobile nur auf das schwarze iPhone mit 8 GByte und lediglich an Kunden, die sich für einen der beiden teuren Tarife "Comfort L" oder "Comfort XL" entscheiden.
Soll es dann doch der Einsteigertarif "Comfort S" für 29 Euro monatlich sein, kann das iPhone 3G bis zu 249,95 Euro kosten. Die Inklusivminuten und Flatrates sind gleich geblieben. Mit dem Tarif "Complete S" darf man nur bis 500 MByte Daten übertragen, dann kostet jedes zusätzliche MByte knackige 0,49 Euro. Alle anderen Tarife haben eine Flatrate. Schade nur, dass die Drosselung geblieben ist. Diese schaltet sich nach 300 MByte (Comfort M), 1 GByte (Comfort L) oder 5 GByte (Comfort XL) ein und zwingt das eigentlich so flotte iPhone herunter auf 64 KBit/s Downloadgeschwindigkeit und 16 KBit/s Upload.
Wertungskasten
Apple
iPhone 3G
-
Apple
-
Preis nach Vertrag
www.apple.de
Besonderheiten
- UMTS, HSDPA: schnelles Surfen
- A-GPS für echte Handy-Navigation
- komplizierte, restriktive Tarife
83 Punkte
- 5/5
- sehr gut
- Preis/Leistung
- befriedigend
Test-Fazit
Endlich surft das iPhone schnell und hat GPS. Auch der App Store ist eine prima Idee. Die Preise für Programme sind allerdings ein bisschen hoch. Etwas hat Apple vergessen: die Videoaufnahme. In Zeiten von YouTube muss ein Handy bewegte Bilder festhalten können. Fast schon peinlich: die 2-Megapixel-Kamera. Trotzdem wird das iPhone 3G wohl ein Erfolg, allein schon wegen der Bedienung, die ziemlich viel Spaß macht.